Europa

Nice to meet ya, Belfast!

Dieser Beitrag kann unbezahlte Werbung enthalten.


Zugegeben, Belfast ist nicht die typische Stadt, die jeder kennt, oder die dir bei einem gesuchten Ziel für eine geplante Städtereise in den Sinn kommt. Es handelt sich bei Belfast um die Hauptstadt Nordirlands, erinnerte mich stark an Manchester und hat mehr zu bieten, als du vielleicht denkst.

Bereits seit Ende des 17. Jahrhunderts entwickelte sich Belfast zu einem wichtigen industriellen Standort, die Leinenindustrie spielte hierbei eine grosse Rolle. Auch die Nachfrage nach Trinkwasser wuchs stetig und so wurde Anfang des 20. Jahrhunderts ein Reservoir gebaut. Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Hafen erweitert und (sinnvollerweise) gewann damit der Schiffbau an grosser Bedeutung; mittlerweile besitzt die Stadt das grösste Trockendeck weltweit. Ach und übrigens: In Belfast wurde das bekannte Schiff Titanic gebaut! Doch leider hat auch Belfast eine traurige Vergangenheit: Vor allem in den Jahren rund um 1970 zählten die innerstädtischen Gebiete zu den Schauplätzen des Nordirlandkonfliktes.



Anreise
Da ab Zürich und Basel keine direkten Flüge nach Belfast angeboten werden, flogen wir mit der Fluggesellschaft Swiss direkt nach Dublin. Am Flughafen angekommen, setzten wir uns in den Bus und fuhren damit zur Bahnstation in der Innenstadt. Dort nahmen wir im Zug Platz und die Reise ging weiter Richtung Norden. Die Fahrt dauerte rund 2 Stunden und kostete ca. CHF 70.00 pro Person.


Einreise & Visum
Für die Einreise nach Nordirland benötigen Schweizer Staatsbürger eine gültige ID oder einen gültigen Reisepass. Ein Visum wird nicht benötigt.


Unterkunft
Für unsere Zeit in Nordirland haben wir uns dazu entschieden, die ganze Woche über in Belfast im Hotel Tara Lodge zu übernachten und von dort aus Tagesausflüge zu machen. Das hat so wunderbar geklappt. Das Hotel war einfach zu erreichen, sehr sauber und ruhig. Das Personal war extrem freundlich und zeigte uns sogar die Lieblingspubs und wie wir am schnellsten von A nach B gelangten. Einige Tage lang hatten wir auch ein Auto gemietet, welches wir auf dem hoteleigenen Parkplatz parken konnten. Das Hotel Tara Lodge können wir wirklich von Herzen weiterempfehlen.



Was kann man in Belfast unternehmen?
Hier kommen unsere Ausflugsideen:

Peace Wall
Die Friedenslinien oder Friedensmauern, wie die Peace Wall auch genannt wird, sind oft in nordirischen Städten, vor allem auch in Belfast, zu finden. Sie trennen unter anderem die Wohngebiete der pro-irischen Republikaner (katholisch) und der pro-britischen Unionen (protestantisch) voneinander. Entstanden sind die Linien ab dem Jahre 1969; in dieser Zeit brach der Nordirlandkonflikt aus und sowohl die Stadt als auch die Bevölkerung hatten mit etlichen Unruhen und Auseinandersetzungen zu kämpfen. Um die zu beenden, wurde sogar die britische Armee eingesetzt. Die Mauern, oft gebaut aus Wellblechzäunen, Stahlwänden, Gitter oder mehrfarbigen Wänden, sollten eine zeitnah begrenzte Angelegenheit sein; ja es hiess sogar, es würde keine zweite Berliner Mauer entstehen. Nun ja, die Peace Wall steht noch bis heute und hat sich seit der Friedensregelung regelrecht zu einer Sehenswürdigkeit entwickelt. Was mich besonders berührt und schockiert hat, ist, dass die an den Strassen entstandenen Tore noch heute nachts oder während Unruhen geschlossen werden. Die einzelnen Teile der Friedensmauern sind mehrere Kilometer lang und bis zu 8 Meter hoch; in Belfast erreichen die Mauern eine Gesamtlänge von 21 Kilometer.

Wir haben die Peace Wall im Rahmen einer Black Cab Tour besucht, die uns entlang der Mauern und durch die Wohnquartiere führte. Unser Guide Jimmy erzählte uns viele interessante, aber auch schockierende, Fakten und wusste auf jede unserer Fragen eine Antwort. Ich persönlich finde es immer sehr wichtig, sich mir der Vergangenheit zu beschäftigen und kann die Tour wirklich nur weiterempfehlen.



Crumlin Road Gaol
Das ehemalige Gefängnis Crumlin Road Gaol, auch liebevoll Crum genannt, steht im Norden Belfasts. Gebaut wurde es zwischen 1843 und 1845 und ist daher noch das einzige Gefängnis Nordirlands, welches aus der viktorianischen Zeit stammt. Das Gebäude ist aufgrund der architektonischen sowie historischen Bedeutung denkmalgeschützt. Das Gerichtsgebäude befindet sich direkt gegenüber des Gefängnisses und verfällt langsam aber stetig, was aber definitiv auch seinen Charme hat. Die beiden Gebäude sind durch einen unterirdischen Tunnel miteinander verbunden; dieser wurde hauptsächlich als Transportweg der Gefangenen genutzt (Gefängnis – Gerichtsgebäude – Gefängnis). Das Crumlin Road Gaol war eines der modernsten Gefängnisse seiner Zeit und das erste, welches nach dem System ‹the seperate› gebaut wurde. Dieses System sollte die Einsassen eigentlich trennen und ihnen die Kommunikation untereinander unmöglich machen. Doch in den früheren 70er änderte sich dies aufgrund der vielen Gefangenen und so wurden zeitweise bis zu 3 Personen in eine Zelle eingeteilt.

Auch wenn das Crumlin Road Gaol auch als Alcatraz von Europa bekannt war, wurden doch einige erfolgreiche Fluchtversuche unternommen; die ersten aufgezeichneten im Jahr 1866. Die Türen schloss das Gefängnis rund 100 Jahre später und das Gebäude stand danach erst einmal einige Jahre lang leer. Erst 2012 öffnete das Gefängnis seine Pforten für die Öffentlichkeit; heute finden dort unter anderem auch Konzerte statt. Die Führung, an der wir teilgenommen hatten, war wahnsinnig interessant und toll gestaltet. Auch der unterirdische Teil ist echt eindrücklich; ja gar etwas unheimlich. Vor allem, wenn man den Geschichten von früher lauscht…



City Hall
Das Rathaus und Verwaltungsgebäude, die City Hall Belfast, ist in meinen Augen ein wunderschönes Bauwerk. Bereits im Jahr 1898 wurde mit dem Bau des Gebäudes begonnen. Gebaut wurde es im edwardischen Stil, verfügt über eine hohe Kuppel und Fenster aus Buntglas. Die City Hall Belfast steht seit 1975 unter Denkmalschutz. Rund um das Gebäude ist eine grüne Parkanlage zu finden; in einem Teil des Parks steht ein Kriegerdenkmal, welches den Gefallenen des ersten Weltkrieges gewidmet wurde, und im anderen Teil befindet sich das Titanic Memorial. Bei dieser Stätte gedenkt man den ertrunkenen Passagieren und Seeleuten des gesunkenen Schiffes Titanic. Mein Mann und ich setzten uns am späten Nachmittag gegenüber des Gebäudes hin und beobachteten einfach nur das wilde Treiben um uns herum. 🙂



St. Georges Market
Bunt, lebendig & vielfältig – dies sind nur 3 Worte, die den St. Georges Market wohl perfekt umschreiben. Wer hier etwas sucht, wird bestimmt fündig, denn es wird gefühlt einfach alles angeboten. Ob es sich dabei um Kleidung, Lebensmittel oder Geschenkartikel handelt, spielt keine Rolle. Und auch für Abwechslung ist gesorgt, denn an jedem Tag bietet sich hier wieder etwas Neues zum entdecken. Der St. Georges Market wurde zwischen 1890 und 1896 gebaut und zählt zu den ältesten, lebhaftesten und farbenfrohsten Zielen in Belfast. Abwechslung ist gesorgt, denn an jedem Tag bietet sich hier wieder etwas Neues zum entdecken. Der St. Georges Market wurde zwischen 1890 und 1896 gebaut und zählt zu den ältesten, lebhaftesten und farbenfrohsten Zielen in Belfast. Der Markt ist an drei Tagen der Woche geöffnet; von Freitag bis Sonntag. Die aktuellen Öffnungszeiten können variieren, weshalb man am besten kurz vorher einen Blick auf die Homepage des Marktes wirft. Und wie man es aus (Nord-) Irland kennt, gehört auch auf dem St. Georges Market etwas Livemusik dazu! 🙂



Botanic Gardens
Der öffentliche botanische Garten in Belfast eignet sich bei seiner Fläche von 100’000 m² hervorragend für einen Spaziergang. Genutzt wurden die Gärten 1828 zuerst als private Parke und waren lediglich an den Sonntagen für die Öffentlichkeit begehbar. Einige Jahre später, nämlich 1895 wurde die Anlage dann in einen öffentlichen Stadtpark umgewandelt. Besonders das Gewächshaus aus Gusseisen, das Palm House, hat mir architektonisch gut gefallen. Der Architekt änderte seine ursprünglichen Pläne und erhöhte die Kuppel – so konnten grössere und höhere Pflanzen in das Gebäude einziehen. Ein weiteres Haus, welches mir innen sehr gefallen hat, war das Tropical Ravine House. Hier erstreckt sich über die komplette Länge des Hauses eine Art Schlucht, die an jeder Seite einen Balkon aufweist. Wie in einem Regenwald ist die Luft schwül und auch hier sind tolle Pflanzen zu finden. Beide Häuser galten früher als Symbole der industriellen Macht und des Wohlstandes Belfasts. In der Anlage sind zudem ein wunderschöner Rosengarten und eine der längsten Kräutergrenzen in ganz Irland und Grossbritannien beheimatet. Auch Konzerte finden im Botanic Gardens statt, so waren bereits Snow Patrol, U2 oder Kings of Leon (um nur 3 zu nennen) in den Gärten zu Gast.



Mir persönlich hat Belfast sehr gut gefallen, auch weil es vergleichsweise eine eher übersichtliche Stadt ist. Konnte ich dir die Hauptstadt Nordirlands schmackhaft machen? Ich bin gespannt über deinen Kommentar!

Leave a Reply

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .