Europa

Griechischer Inselzauber

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Schon unfassbar lange wollten wir die griechische Insel Kreta besuchen, doch es kam nie dazu. Bis jetzt. Im März entschlossen wir uns relativ spontan dafür, noch vor unserer Weltreise nach Griechenland zu reisen und dort eine kurze Auszeit zu genießen. Kreta entwickelte sich in dieser Zeit für uns zum Synonym von Entspannung und Erkundung – denn dafür eignet sich die griechische Insel etwa gleichermaßen.

Kreta ist die perfekte Insel für einen ersten Besuch Griechenlands; nicht umsonst gilt sie als eines der beliebtesten Urlaubsziele Europas. Da die Insel am südlichsten aller griechischen Inseln liegt, kann man auch im Oktober oft noch baden. Bei Kreta handelt es sich außerdem um die größte Insel Griechenlands und die fünftgrößte des Mittelmeerraumes. Die Insel ist gebirgig; Strände gibt es viele. Ob wir die schönsten Buchten wohl gefunden haben?



Anreise
Von der Schweiz aus kann man mit verschiedenen Fluggesellschaften nach Kreta fliegen. Wir sind mit SmartLynx ab Basel geflogen und das war auch ganz in Ordnung. Der Flug startete und landete beinahe überpünktlich, was mich sehr beeindruckte. 😉 Essen an Bord gab es keines, womit wir aber gerechnet hatten, und das Personal war sehr freundlich. Der Flug verlief absolut unkompliziert.


Einreise & Visum
Für die Einreise nach Griechenland benötigen Schweizer Staatsbürger eine gültige ID oder einen gültigen Reisepass. Ein Visum wird nicht benötigt. Aufgrund der aktuellen Situation benötigten wir zusätzlich einen negativen PCR- Test und mussten das PLF-Formular ausfüllen. Der PCR-Test darf nicht älter als 72h sein. Der QR-Code des PLFs wird am Tag vor der Abreise um ca. Mitternacht per Mail zugestellt. Beides wurde am Flughafen in Basel genau kontrolliert; bei der Einreise auf Kreta wurde lediglich kurz drüber geschaut. Ich empfehle übrigens, alle Dokumente ausgedruckt dabei zu haben, denn man weiß nie, ob und wann die Technik streikt. Im schlimmsten Fall werden Passagiere ohne gültige Unterlagen dann nicht befördert, und das möchte vermutlich niemand. 😊


Unterkunft
Schon länger hatten wir keine Pauschalreise mehr gemacht; jetzt war es wieder soweit. Wir haben uns dazu entschlossen, auf Kreta im Hotel The Syntopia zu übernachten. Das Hotel hat uns (vor allem in der ersten Woche, danach war es schnell sehr voll) sehr gut gefallen. Das Essen war wirklich immer sehr lecker; jeden Abend wurde Unterhaltung angeboten. Das Hotel bietet keine eigenen Parkplätze an, man kann aber hinter dem Hotel kostenlos an einer Durchgangsstrasse parken. Das Hotel würden wir auf jeden Fall wieder buchen.



Was kann man auf Kreta unternehmen?
Hier kommen unsere Ausflugsideen:

Balos
Über eine rund 8 Kilometer lange Schotterpiste erreicht man sie: Balos, die wohl schönste Bucht der Insel Kreta. Die verschiedenen Blautönen schimmern im Sonnenlicht um die Wette, und auch wenn der Abstieg (und der Anstieg danach) in der heissen Sonne ziemlich anstrengend ist, lohnt sich ein Besuch allemal. Denk aber daran, gutes Schuhwerk zu tragen und genügend Wasser dabei zu haben.

Mittlerweile zählt Balos sogar als Wahrzeichen Kretas. Der weisse Sand besteht aus feinem weissen Muschel- und Korallensand; das Wasser ist flach. Bis Ende Oktober kann man sich hier auch Sonnenschirme- und Liegen in der Kantina mieten und so den ganzen Tag lang die griechische Sonne geniessen.



Seitan Limania
Ein steiler Abhang, in den verschiedensten Blautönen schimmerndes Wasser und eine (beinahe) einsame Bucht – so würde ich den Seitan Limania Strand beschreiben, welcher im Nordosten von Kreta zu finden ist. Eine Serpentinenstrasse führt dich hinunter. Unten angekommen kann man auf dem Parkplatz sein Auto abstellen und läuft nur wenige Meter zum Aussichtspunkt. Den Strand und die kleine Bucht haben wir somit lediglich von oben betrachtet, denn: Wer nach unten will, muss nach den engen Kurven auch einen ungesicherten Weg bezwingen. Und da der Abstieg wirklich recht abenteuerlich wirkte, haben wir diesen ausgelassen und den Anblick von oben genossen. 🙂
Und ob die Bucht denn wirklich so einsam ist und das Wasser türkisblau leuchtet ist wohl abhängig von der Tageszeit.



Matala
Das Dorf Matala, welches sich an der südlichen Küste der Insel an einem schönen Strand befindet, ist vor allem für zwei Dinge bekannt: den Flower-Power-Vibe und die Hippie-Höhlen. In den 1960er-Jahren fanden sich hier sehr viele US-Bürger; viele von ihnen weigerten sich, in den Vietnamkrieg zu ziehen. Heute stehen die Höhlen unter Denkmalschutz und können gegen eine geringe Gebühr besichtigt werden.

Doch nicht nur die Höhlen verleihen dem Dorf einen Hauch Magie. Der griechischen Mythologie zufolge war Matala jener Ort, an dem der Göttervater Zeus in Stiergestalt an Land ging. Zuvor hatte er Prinzessin Europa entführt. An Land verwandelte er sich in einen Adler und führte die Prinzessin nach Gortyn.



Kloster Arkadi
Nur unweit von Rhetymno entfernt steht das ehemalige orthodoxe Kloster Arkadi. Bis ins 17. Jahrhundert erlebte das Kloster seine kulturelle sowie geistige Blütezeit. Im Jahr 1669, nachdem das Osmanische Reich Kreta erobert hatte, wurde ein Verbot erteilt, welches das Läuten von Glocken in den Kirchen und Klöstern verbietet. Das Kloster wurde geplündert; später erhielten die Mönche aber die Erlaubnis, nach Arkadi zurückzukehren. Das Kloster wurde erneuert und die Glocken durften wieder läuten. Doch der Widerstand verstärkte sich 1830 gegen die als Besatzung empfundene osmanische Herrschaft; 1866 bildete sich ein Revolutionskomitee im Kloster Arkadi. In der Nacht vom 7. auf den 8. November selben Jahres wurde Arkadi von einem osmanischen Heer angegriffen. Zwei Tage lang leisteten die Belagerten Widerstand; entschieden dann jedoch, dem Gegner nicht lebend in die Hände fallen zu wollen. Rund 1500 Angreifer sollen bei diesem Aufstand im Kloster gestorben sein.

Mittlerweile zählt das Kloster Arkadi zum bedeutendsten Nationaldenkmal der griechischen Insel. Bis zur Einführung des Euros war die Anlage sogar auf dem 100-Drachme Schein abgebildet. Uns hat das Kloster vor allem in architektonischer Hinsicht sehr gefallen. Bitte achte bei deinem Besuch unbedingt darauf, dass die Schultern bedeckt und die Shorts oder der Rock nicht zu kurz sind.



Rethymno
Die Hafenstadt im Norden Kretas ist ein wahrer Hingucker; die kleinen Gässchen der Innenstadt verzauberten uns von Anfang an. Die Stadt eignet sich hervorragend für eine Mischung aus Kultur entdecken und sich einfach treiben lassen. Rhetymno ist durch viele Einflüsse geprägt; der venezianische Hafen ist nur ein Beispiel davon.

In Rhetymno haben wir die Festungsruine, die Fortezza, erkundet. Das Bauwerk wurde im 16. Jahrhundert von den Venezianern erschaffen. An der breitesten Stelle ist die Mauer 1.74 Meter dick; einst führten 3 Tore ins Innere der Fortezza. Auch den venezianischen Brunnen Rimondi haben wir in Augenschein genommen und sind danach weiter durch die wundervolle griechische Stadt geschlendert.



Palast von Knossos
Der Palast von Knossos stand bei mir schon unheimlich lange auf der Liste. Umso mehr freute ich mich darüber, das frühere Bauwerk endlich erkunden zu können. Und was soll ich sagen? Es war soo beeindruckend! Wir tauchten noch einmal in eine komplett neue Kultur ein und unser Guide Nektar erzählte uns alles Wissenswerte über die Anlage. Die Werte und die Bauweise der Minoer haben uns besonders beeindruckt.

Zwischen 2100 und 1800 v. Chr. wurde der Palast von Knossos errichtet. Nebst den Palästen von Phaistos, Kato Zakros und Malia handelt es sich bei Knossos um den grössten minoischen Palast der Insel Kreta. Der minoische Palast war gemäss Überlieferung der Hauptsitz des König Minos und demnach die Hauptstadt seines Staates. Knossos war besonders reich, gross und prächtig. Doch wie die meisten Paläste auf Kreta wurde auch der Palast von Knossos zwischen 1750 und 1700 v. Chr. durch ein schweres Erdbeben zerstört; er wurde jedoch bald wieder neu errichtet. Der jüngste Komplex umfasste rund 21.000 m² und vermutlich bis zu 1300 Räume. Wie alle Anlagen der Minoer wurde der Palast um einen zentralen Hof erbaut; es gab Warmwasserheizungen und Toiletten mit Wasserspülung. Sorgfältig verlegte Rohre aus Terrakotta fingen den Regen auf dem Gelände auf. Die Architektur war wirklich beeindruckend. 🙂

Die Kultur und die Mythologie der Minoer ist sehr interessant, aber zu umfangreich, um hier auch nur einen Bruchteil beschreiben zu können. Gerne kannst du dich hier und hier etwas über die europäische Hochkultur informieren.



Kreta hat uns richtig gut gefallen! Die Mischung aus Entspannung und Kultur tat uns unglaublich gut. Wir sind überzeugt: Wir kommen wieder! Und dann erkunden wir den Rest der Insel.

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