Europa

Von Bundesräten und Bären

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Eines schönen Sommertages habe ich mich aufgemacht, um die Bundesstadt der Schweiz zu erkunden. Das wohl häufigste Klischee, wenn man an Bern denkt, ist, dass hier alles extrem langsam ist. Die Berner sollen langsamer sprechen und auch agieren. Ob sich dieses «Vorurteil» bestätigt?

Bern liegt an einer Schleife der Aare. Im Jahre 1353 trat die Stadt der Eidgenossenschaft bei; seit 1983 steht sie auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Woher der Name der Stadt genau stammt, ist bis heute nicht zu 100% geklärt.



Naturhistorisches Museum Bern
Kaum in Bern angekommen, besuchte ich als erstes das naturhistorische Museum. Dort war ich früher einige Male mit meiner Familie, ausserdem interessiere ich mich sehr für solche Themen und Ausstellungen. Eröffnet wurde das Museum 1936, begrüsst jährlich rund 130’000 Besucher und gilt als ältestes Museum der Stadt. Besonders bekannt ist es für die vielen Kristalle und Mineralien, die verschiedenen Dioramen, mit welchen das Museum im 20. Jahrhundert international Bekanntheit erlangte, und die Ausstellung über den Rettungsbernhardiner Barry. Nebst seinen Ausstellungen ist das naturhistorische Museum auch eine Institution für Forscher; die Schwerpunkte liegen bei Meteoriten, Weichtieren und Spinnentieren.

Vom Bahnhof in Bern ist das naturhistorische Museum ganz einfach zu erreichen; man steigt in den Bus (z.B. mit der Nummer 6) und verlässt diesen dann an der Haltestelle ‹Helvetiaplatz›. Von dort sind es nur noch etwa 5 Minuten zu Fuss, bin man den Eingang des Museums erreicht.



Alter Bärengraben / Bärenpark
Die beiden oben genannten Anlagen gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Bundesstadt. Ausserdem ziert der Braunbär das Wappen der Stadt und des gleichnamigen Kantons. Die ersten Zeitangaben des Bärengrabens stammen aus den 1940er Jahren. Beim heutigen Bärenpark handelt es sich mittlerweile bereits um die vierte Anlage. Mehrfach stand der Bärengraben auch im Fokus von Tierschützern, da die Haltung nicht artgerecht und auch nicht mehr zeitgemäss war. Der Bärenpark reagierte darauf, ersetzte den harten Betonboden und baute Klettermöglichkeiten auf. 2009 war es dann soweit: Die Bären wurden umgesiedelt und der neue Bärenpark wurde eröffnet. Mittlerweile leben die Tiere auf rund 6000 Quadratmetern an einem Hang direkt an der Aare und neben dem alten Graben. Obwohl dieser zuerst abgerissen werden sollte, entschied man sich schlussendlich doch dagegen. Einerseits gilt er als Kulturgut mit nationaler Bedeutung, andererseits kann man ihn heute noch gut nutzen. Der grössere der beiden Gräben ist mit einem Tunnel mit dem neuen Bärenpark verbunden. Wenn im neuen Zuhause der Bären etwas zu erledigen ist, überbrücken die Tiere diese Zeit im grossen Teil. Der kleine Graben gehört nicht mehr zur Anlage, ist jedoch für Besucher zugänglich.

Der Bärengraben und der Bärenpark sind ab dem Bahnhof innert Minuten erreichbar. Der Bus mit der Nummer 12 (Endstation Paul Klee) fährt direkt zum Park. Ausstieg ist bei der Haltestelle Bärengraben.



Bundeshaus
Eines der wohl bekanntesten Gebäude in der Schweiz ist das Bundeshaus. Hier finden die Tagungen und Konferenzen des National- und Ständerat statt. Das Bauwerk wurde 1902 eingeweiht und steht seitdem unter Denkmalschutz. Der gesamte Gebäudekomplex umfasst eine Länge von rund 300 Metern. Das Parlamentsgebäude, welches den Mittelpunkt darstellt, befindet sich direkt am Bundesplatz. Es werden auch Führungen angeboten, für welche man sich vorgängig anmelden muss. So kann man sehr gut mehr über das Gebäude und Politik lernen und wer weiss, vielleicht nutze ich diese Gelegenheit in Zukunft einmal.

Das Bundeshaus ist vom Bahnhof aus in nur wenigen Gehminuten erreichbar.



Zytglogge Turm
Ursprünglich wurde der Zytglogge Turm im Mittelalter als Wehrturm zum Schutz der Bevölkerung gebaut. Dieser befand sich westlich der Stadt; von den anderen Seiten her war Bern durch die Aare geschützt. Doch je mehr der Turm durch die Erweiterung der Stadt ins Zentrum rückte, desto mehr verlor er seine Funktion als Wehrturm. Bis zum Brand der Stadt Bern im Mai 1405 diente der Zytglogge Turm noch als Gefängnis; danach baute man ihn neu und er erlangte seine neue Funktion als Uhrturm. Durch sein astronomisches Zifferblatt sowie ein Glockenspiel ist er heute auch bei Touristen sehr beliebt. Jeweils zur vollen Stunde versammelt sich eine Menschenmenge vor dem Turm, um dem Figurenspiel, dem Highlight des Turms, beizuwohnen. Der Zytglogge Turm gehört zu den ältesten Turmuhren schweizweit und gilt als älteste Uhr der Stadt Bern. Wer sein Wissen noch etwas vertiefen will, kann an einer Führung durch das Innere des Zytglogge Turms teilnehmen. Diese dauert rund 50 Minuten und man erfährt dabei alles über das Uhrwerk und geniesst dabei den wundervollen Blick über die Stadt.



Das Vorurteil, dass die Uhren in Bern langsamer ticken, kann ich übrigens nur teilweise bestätigen. Am Hauptbahnhof herrscht reges Treiben und leichte Hektik. In den anderen Teilen Berns fand ich aber eine herrlich entschleunigte Atmosphäre vor! Mir hat es gut gefallen. Warst auch du schon in Bern?
Welchen Eindruck hat die Stadt bei dir hinterlassen?

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